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Totale Mondfinsternis am 28.10.2015 an der Sternwarte Kronshagen

Das Medieninteresse war wirklich enorm! Wir hatten zwei Fernsehteams und einen befreundeten Radiomoderator zu Gast und neben den beiden Sternwarten jede Menge weitere Kameras und Teleskope drum herum im Betrieb. Leider war eine leichte Bedeckung angekündigt, die jedoch ausblieb. Der Bodennebel gegen Morgen störte erstaunlicherweise kaum. Als dann noch die Fernsehteams von ihren Kollegen an der Westküste informiert wurden, dass dort alles bewölkt und somit nichts zu sehen war, kam noch bessere Stimmung auf. Uns gelangen schöne Aufnahmen und einige Beiträge wurden sogar deutschlandweit ausgestrahlt.
Hier waren zwei astronomische Ereignisse zusammen gekommen. Zum einen war die totale Mondfinsternis in Deutschland komplett beobachtbar, zudem hatte der Mond auch noch seinen erdnächsten Punkt und wirkte etwas größer.







Um das Ereignis besser zu verstehen, habe ich folgende Kollage erstellt. Ich denke, man kann gut die Größe des Erdschattens erkennen.




Partielle Mondfinsternis am 10.12.2011

Zufällig fand an diesem Tag der Astrofotoworkshop an unserer Sternwarte statt und eigentlich wollten wir auch die Gelegenheit für ein paar Aufnahmen nutzen. Es war wieder einmal das Wetter, das hier nicht mitspielte.
Der Workshop war trotzdem wirklich nett und so ein Erfahrungsaustausch bringt einen ja auch immer ein Stück weiter. Irgendwann kam ein verspäteter Teilnehmer und berichtete von einer Wolkenlücke. Die Gelegenheit wurde natürlich sofort genutzt um doch noch dieses Ereignis festzuhalten. Es war eisig kalt und wir hielten es nicht lange draußen aus. Daher nur eine Aufnahme bei miesem Seeing.

Venustransit am 06.06.2012 in Strande / Leuchtturm Bülk

Der Venustransit stellte mit Sicherheit das bedeutendste astronomische Ereignis im Jahr 2012 dar. Gerade der Norden und der Osten Deutschlands wurden mit freiem Himmel beglückt und so durfte auch unsere Ortsgruppe der GVA-Kiel, Team der Sternwarten Kronshagen, dieses Jahrhundertereignis erleben.
Schon sehr früh waren wir nach Strande gefahren und hatte uns vor dem Leuchtturm Bülk positioniert. Es herrschte ein starker Andrang und es folgten immer mehr Astronomen und Interessierte dem Aufruf der Medien. Das Wetter war trocken, kurz über dem Horizont war eine Wolkenwand zu erblicken, die aber recht schmal blieb und die Beobachtung nicht entscheidend stören konnte.










 

Partielle Sonnenfinsternis in Hamburg am 20.03.2015

Leider war wieder einmal das Wetter unser größtes Problem. An unserer Sternwarte wurde zwar trotzdem die Beobachtung geplant, wie sich später zeigte leider vergebens. Beruflich zog es mich nach Hamburg und so nahm ich meine Kameras mit und verabredete mich mit einem Freund im Stadtpark in der Nähe des Planetariums. Hier hatten wir zwar eine sich annähernde Wolkenfront, konnten aber einen großen Teil der Verfinsterung gut aufnehmen. Kurz vor dem zu erwartenden Maximum der Bedeckung war dann aber Schluss...






Das letzte Bild entstand mit dem "natürlichen" Sonnenfilter. Mein Freund wechselte dann kurz die Straßenseite und heiratete im Planetarium...

Merkurtransit am 09.05.2016 an der Sternwarte Kronshagen

Klasse! Ich war völlig übernächtigt und kam mit nur 2 h Schlaf an der Sternwarte an. Wir hatten die gesamte Nacht davor ein tolles Polarlicht, visuell gut erkennbar, zeitweise sogar deutlich visuell. Egal, da musste ich jetzt durch! Rund um die beiden Kuppeln sammelten sich schon viele Kollegen und auch ein Fernsehteam hatte sich angekündigt. Das Wetter war nahezu perfekt, - irgendwie ungewöhnlich...

In der Sternwarte II bereitete ich das Meade 12" LX200 ACF mit Sonnenfilter, zweimal Solar Continuumfilter und der EOS 50 Da vor. 3m Brennweite und ein Cropfaktor von 1,6 sollten für schöne Aufnahmen reichen. Piggyback hatte ich die Sony A7s mit 2-fachTelekonverter und Tamron 150-600mm aufgesattelt. So bekam ich die Sonne formatfüllend drauf. Die Müdigkeit schlug aber gnadenlos zu und ich kämpfte ganz schön mit meinen Augenlidern. Nachdem ich alles vorbereitet hatte ging dann auch noch die Steuerung der Montierung kaputt. So ein Mist, - aber nützte nichts. Ich wechselte später die 50 Da gegen die 5 D Mk III aus und brauchte daher nicht mehr so genau auf den Merkur zu fahren.



Den Eintritt habe ich daher "nur" mit der Sony A7s aufnehmen können.

Der große Sonnenfleck war ganz gut platziert, so dass ich die Bilder nicht so "langweilig" gestalten konnte. Bedingt durch die Wärme hatten wir aber einige Probleme mit dem Seeing. Nur einige Aufnahmen waren wirklich brauchbar. Mit der EOS 50 Da habe ich dann die ersten Aufnahmen mit höherer Vergrößerung geschossen.


Da es aber wirklich kompliziert war, mit der defekten Steuerung den richtigen Bildaufbau hin zu bekommen wechselte ich dann auf die EOS 5 D Mk III. Auch benutzte ich von nun an nur noch einen Solar Continuumfilter. Ein Kollege wollte den anderen einmal Testen und war schlichtweg begeistert.


Zwischenzeitlich waren die Artefakte durch das Seeing geringer und ganz nette Aufnahmen waren möglich.


Da zum 3. und 4. Kontakt die Sonne aber bereits sehr horizontnah stand waren hier die Störungen, wie erwartet, höllisch. Durch ein absolutes Gewaber fand der Austritt geschätzte 30 mal statt. Auch waren scharfe Bilder nicht mehr möglich.



Die Sternwarte war ganz gut besucht, viele Kollegen bauten ihre eigenen Geräte auf. Wir hatten mehrere H-Alpha Teleskope im Betrieb und natürlich Huberts legendären Sonnenprojektor, der schon die beiden letzten Venustransits erlebt hatte. Damit konnte man durch Projektion auf eine weiße Rückwand gefahrlos das Ereignis beobachten.


Das Sat 1 Fernsehteam nahm nebenbei ihren Beitrag für die Regionalnachrichten auf und Pascal gab Interviews mit dem NDR 1 Hörfunk. Es war eine wirklich harmonische Veranstaltung bei bestem Wetter, leckerem Kuchen, Doris "Astroschnecken" und einem gut ausgelasteten Grill. Nach dem Transit haben wir relativ zügig abgebaut und sind nach Hause. Hier konnte ich endlich mal etwas Schlaf nachholen...

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