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Komet C/2014 Q2 Lovejoy am 17.01.2015 aus Gettorf

Wie immer waren Schnee und Regen angesagt, zumindest eine starke Bewölkung - aber diesmal erst ab Mitternacht. Der Himmel war tatsächlich frei! Das nutzte ich natürlich sofort um auf der EQ-6 im Garten den 127/950mm Triplet Apochromaten mit 0,79-fach Photolinereducer auf zu bauen. Parallel ließ ich die Eos 5D Mark III mit dem 135mm bei f4 mit laufen. Der Komet machte sich prächtig und war problemlos am Himmel ohne optische Hilfsmittel zu erkennen. In den ersten Einträgen der einschlägigen Foren wurde von einem massiven Airglow in dieser Nacht berichtet. Wirklich erfahrenen Kollegen gelang es nicht den Schweif darzustellen.
Mit viel Bildbearbeitung gelang es mir trotzdem, 47 Aufnahmen a´120s. bei ISO 1600 einmal auf den Kometen und dann auch auf den Sternenhintergrund zu stacken. Die Kombination beider Bilder zeigt den Kometen auf dem scharfen Sternenhintergrund.

Komet C/2014 Q2 Lovejoy aus Gettorf am 11.01.2015

Es waren wieder nur wenige Wolkenlücken und ein fast durchgehender feiner Wolkenschleier, der mir die Aufnahmen erschwerte. Auf der EQ-6 hatte ich parallel das Tamron 150-600 @ 600mm mit f6.3 an der Canon EOS 5D Mk III und den TS 65/420 Quadruplet mit der Sony Alpha 7s laufen. Ich konnte jeweils nur wenige Aufnahmen a´30s. verwerten. Bei 600mm enstand dieses Bild:


Allerdings waren das nur 6 Aufnahmen und u.a. bedingt durch das Rauschen war vom Schweif nichts zu erkennen. Mit der Alpha 7s waren bei 420mm Brennweite einige Bilder mehr zu gebrauchen und man kann in der invertierten Ansicht schon leicht den Schweif erkennen.



Ich hoffe jetzt auf einen einigermaßen schleierwolkenfreien Himmel um doch noch eine hochauflösende Aufnahme mit schönem Schweif auf zu nehmen...

Komet C/2014 Q2 Lovejoy am 08.01.2015 aus Gettorf

Das Wetter ließ keine Aktionen oder Aufnahmen mit größeren Instrumenten zu. Sturmböen, Wind und Regen regierten die Tage. Als wir am Abend kurzzeitig einen freien Himmel hatten, baute ich meine Kamera mit Stativ auf dem Balkon auf. Mit der Sony Alpha 7s, dem Walimex Pro 24mm f1.4 @ f2.8 und jeweils 10s. Belichtungen bei ISO 3200 nahm ich mehrere Serien auf. Mein Ziel war es den Orion und die Plejaden mit dem Kometen und gerne auch dem Schweif, abzubilden. Manchmal ist weniger mehr, das merkte ich hier ganz deutlich. Immer wenn ich die gesamten 197 Aufnahmen stacken wollte, bekam ich nur Mist dabei heraus. Tage und ungefähr 500 graue Haare später stackte ich "nur" 24 Bilder und bekam folgendes Ergebnis:



Der Mond sorgte für einen heftigen Gradienten, den ich aber einigermaßen in der Bildbearbeitung entfernen konnte.

Komet C/2014 Q2 Lovejoy am 04.01.2015 von der Sternwarte in Kronshagen

Endlich! Endlich riss einmal die Wolkendecke auf und man konnte nach Wochen einen Blick gen Himmel werfen. Es waren auch Sterne zu sehen und - endlich auch der Komet Lovejoy. Schon lange wurde in den Fachforen von einer brillianten Entwicklung, von Helligkeitsausbrüchen und von Schweifabrissen berichtet. Nur leider ergab sich hier absolut keine Gelegenheit selbst einmal einen Blick darauf zu werfen. Wir trafen uns mit einigen Kollegen an der Sternwarte II und fanden den Kometen auch wirklich schnell. Er sah schon rein visuell prächtig aus mit geschätzten 5 mag an Helligkeit. Allerdings hatten wir einen fast vollen Mond und ständig zogen vereinzelte Regenwolken durch, so dass wir ständig die Kuppel Schliessen und wieder Öffnen mussten. Aber wir hatten ihn erwischt! Ich benutzte mein Tamron 150-600 mm Piggyback auf dem Sternwartenfernrohr. Zu den Aufnahmen verwendete ich eine Sony Alpha 7s, bei ISO 400 und 800, 20-30 s. Belichtungen bei 600mm und f 6.3 und kam so auf eine Gesamtbelichtungszeit von ca 10 min. Das reichte auch für den Kometen, leider konnte man vom Schweif nichts erkennen. Nachbearbeitung mit Lightroom, Deep Sky Stacker, Fitswork und Photoshop.