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Polarlicht - eine ganze Nacht am 08./09.05.2016 in Bülk

In der Nacht vor dem Merkurtransit wollte ich eigentlich früh ins Bett um ordentlich ausgeschlafen das Ereignis zu erleben - daraus wurde aber nichts. Dank des schnellen Sonnenwindes aus einem koronalen Loch setzte hier pünktlich zur Dämmerung ein Substorm ein. Ich war nach einem wirklich schönem, aber auch anstrengenden Wochenende bereits bei der richtigen Bettschwere, als die erste Warnmail das Naturschauspiel ankündigte. Mit skeptischem Blick fragte meine Frau: "Warum gehst Du nicht ins Bett?" - da konnte ich nur ein: "Polarlicht, aber ich fahre nur eine Stunde raus" erwidern. Es folgte noch ein: "Das ist nicht dein ernst - ich habe Frühdienst und muss um 4:00 Uhr hoch".

Eigentlich wollte ich auch wirklich nur kurz raus...

Angekommen am hervorragenden Beobachtungsort in Strande am Leuchtturm Bülk wurde bereits eine "deutlich visuelle" Sichtung gemeldet. Ich war noch dabei mein Auto aus zu laden, als Chris mit dem Fahrrad eintraf. Zur Zeit ohne Handy hatte sie noch gar keine Info von dem bisherigen Verlauf des Sonnenwindes. Gleich nachdem die Kameras die ersten Aufnahmen gefertigt hatten, waren bereits deutliche Strahlen zu erkennen. Deutlich visuell waren sie nicht, hier war es um 23:20 Uhr MESZ noch viel zu hell.

Wir waren nicht alleine, eine Mutter aus der Gegend war, ebenfalls durch die Warnmail informiert, mit ihrem Sohn und Kamera nach Bülk gekommen. Chris und ich führten die beiden ein wenig in die Polarlichtaufnahmetechniken ein und schon war es dunkler und erste Strahlen waren auch visuell zu erkennen.

Je dunkler es wurde um so besser waren auch die Bedingungen zur visuellen Beobachtung. Gegen 0:20 Uhr MESZ setzte die Hauptaktivität ein, die auch die beiden Newbies in erstaunen versetzte. Helle Strahlen huschten relativ schnell über den Horizont und veränderten ihren Winkel. Jetzt hatten auch wir ein "deutlich visuelles" Polarlicht. Ich hatte zu dieser Zeit die Canon EOS 5 D Mk III mit 20mm f1.4 bei ISO 2500 und 5s. Belichtungen laufen, sowie die Sony A7s mit 24mm f1.4 bei ISO 2500 und 6s. Aufnahmedauer. Beide Apparate waren auf Serienbildfunktion mit festgestelltem Auslöser auf "Dauerfeuer". Aus der gigantischen Datenmenge konnte ich später nette Timelapse erstellen.

Gut eine Stunde nach begonnener Hauptaktivität fiel ein besonders hoher und heller Strahl auf, der von Ost nach West über den Horizont wanderte. Begleitet wurde er von hellen Meteoren, von denen ich zwei auf meinen Bildern einfangen konnte. Die Sternschnuppe links vom Strahl erzeugte eine deutliche Rauchspur, die auch noch auf vielen weiteren Aufnahmen zu erkennen ist. Richtig beeindruckend kommt sie aber erst im Video zur Geltung. 

 Der zweite helle Meteor zeigte sich rechts vom Strahl. In der Bildmitte erkennt man noch die oben beschriebene Rauchspur.

Die gezeigten Aufnahmen stammen alle von der Canon, hier jetzt die Bilder der Sony A7s. Verkleinert für die Website fällt es kaum auf, aber im Original sind die Bilder deutlich rauschärmer und haben einen besseren Dynamikumfang.


Leider ist hier nur der erste Meteor zu erkennen, die 4mm Brennweite machen am Vollformat doch schon einiges aus. Zuletzt möchte ich noch die Videos präsentieren.

Canon EOS 5 D Mk III mit Sigma Art 20mm f1.4

Sony Alpha 7s mit Walimex Pro 24mm f1.4

Hier noch ein leichter Crop mit dem Meteor und der Rauchspur

Ich hoffte fast die ganze Nacht, dass die Aktivität zumindest auf fotografisches Level absinken würde - weit gefehlt. Mir fehlte somit jegliche Grundlage um doch noch etwas Schlaf zu bekommen. Die Strahlen waren problemlos bis zur beginnenden Morgendämmerung zu erkenne und als ich gegen 3:30 Uhr die Kameras abbaute war zu hell zum Fotografieren. Pünktlich um 3:58 Uhr war ich dann auch wieder zu Hause.

Als Sat1 Regional am nächsten Tag vom Merkurtransit berichtete, wurde auch mein Polarlicht Timelapse gezeigt - mit der Anmerkung: "Astrofotograf Carsten Jonas wirkte ein wenig übernächtigt...".

 

Polarlicht am 01.05.2016 am Leuchtturm Bülk bei Strande

Es war eine herrliche Nacht: der Mond hielt sich zurück, die Durchsicht war absolut OK und nur vereinzelt zogen kleine Wolken durch. Eigentlich war ich K.O. und hatte mich schon für das Bett entschieden, als die erste Warnmail eintraf. Die Werte hatte ich schon den ganzen Tag im Blick und der Bz hielt sich schön lange im negativen Bereich auf, also beste Voraussetzungen... Ich schrieb noch Chris an, ob sie ebenfalls noch los wollte und wir trafen uns dann am bewährten Standort Bülk. Uns erwartete ein gigantischer Nachthimmel mit unzähligen Sternen und der imposanten Milchstraße. Chris war kurz vor mir angekommen und hatte schon eine Kamera aufgebaut. Stolz berichtete sie von schönen "Beamern". Um 23:06 Uhr MESZ schoss ich mit der Canon 5 D Mk III und dem Sigma ART 20mm f1.4 bei ISO 2500 und 5 s. Belichtung mein erstes Bild:

 

Ja, die hatte ich auch im Bild! Also baute ich die zweite Kamera auch noch auf. Um 23:33 Uhr MESZ gelang mir mit der Sony A7s bei 24mm und f1.4 mit ISO 2500 und 10s. Belichtung diese Aufnahme:

Bestimmt bot sich den Passagieren der vielen Flugzeuge eine tolle Aussicht. Zwei Minuten später fiel noch einmal ein heller Strahl besonders auf:

Als ich gegen 1:30 Uhr am frühen 2. Mai nach Hause fuhr, ahnte ich noch nicht, dass gut eine Stunde später noch ein Substorm einsetzen würde. Chris blieb noch und konnte tolle Aufnahmen davon gewinnen...

Polarlicht nach der Perseidenbeobachtung am Morgen des 13.08.2015 am Leuchtturm Bülk

Das eigentliche Ziel dieser Nacht war die Aufnahme und Beobachtung der Meteore im Perseidenmaximum. Allerding deutete sich in der Nacht schon ein prägnantes Airglow an und gegen Morgen waren horizontnah tatsächlich Polarlichtstrahlen zu erkennen. Hier auf dem Bild unten links.

Polarlicht und NLC am 11.07.2015 in Kiel

Es war die Nacht der Nächte! Der Himmel war schön frei, OSWIN hatte noch am späten Nachmittag starke Echos und somit war die Chance auf NLC sehr hoch. Eigentlich wollte ich, nach wirklich schönen NLC-Bildern, einpacken und heim fahren - da radelte Chris an mir vorbei... Ich hörte noch ein: "Ich will dahinten hin...", dann war sie weg.
Na gut, dann fahre ich noch ein Stück weiter zum Tratschen. Was für ein Glück! Denn hier wurde nicht nur das NLC-Feld noch prominenter, sondern auch Polarlicht gesellte sich dazu. Für einen Astrofotografen ist so etwas ein besonderer Glücksmoment! Hier ein paar Bilder:

Aufnahme 1 um 1:12 Uhr MESZ

Aufnahme 2 um 1:26 Uhr MESZ

Der helle Strahl war auch mit bloßem Auge, rein visuell, zu erfassen.

 

Helles Polarlicht am 17.03.2015 am Leuchtturm Bülk

Wir waren gerade erst von unserem Beobachtungsflug zurück gekehrt, als hier die Magnetometer anschlugen. Die Werte waren so gut, dass ich nicht zu Hause bleiben konnte! Also die Kameras in den Wagen und ab nach Strande...
Hier waren noch einige mehr und unsere Bemühungen sollten belohnt werden. Zuerst zeigte sich das Polarlicht verdeckt durch Wolken. In den Lücken konnte man schon das Ausmaß erahnen. Als der Himmel dann frei wurde, startete eine gigantische Show. Wir hatten so helle wandernde Strahlen, dass sogar die Farben zu erkennen waren.






Die kleinen hellen Lichter am unteren rechten Bildrand stammen vom Leuchtturm Kiel, daran kann man erkennen, wie hoch das Nordlicht hier auftrat.